Ans Ende der Welt – Ein kleiner Reisebericht über Patagonien (Teil 2)


„O“ Trek im  
Torres del Paine National Park:

Wie schon im ersten Teil des Reiseberichtes angekündigt begaben wir uns für den zweiten Teil der Reise nach Chile um den gesamten „O“ Trek des Torres del Paine zu wandern.

"O" Trek des Torres del Paine
Quelle: http://www.parquetorresdelpaine.cl/upload/images/MaptrekkingPNTP2017.jpg

Für die Umwanderung des National Parks sollte man sechs aber besser sieben Tage einplanen. Bei der Planung der Tour ist wichtig zu wissen, dass im nördlichen Teil keine Hütten zur Verfügung stehen. Im Gegensatz zur kleineren W-Runde ist man hier auf sein Zelt angewiesen und hat optimalerweise seine Verpflegung dabei. Wasser kann wie immer vor Ort aufgefüllt werden. WICHTIG: Außerdem muss die Reservierung der Campingplätze spätestens nach dem Camp Coirón vorgelegt werden.

Rio Paine
Rio Paine

Wir sind mit dem Bus von Puerto Natales in den Nationalpark gefahren. Dabei haben wir den östlichen Eingang bei Laguna Amarga genommen. Am damaligen Besucherzentrum wurden wir als erstes mit Regen empfangen.  
Nach kurzem warten, konnten wir allerdings die erste Etappe in Angriff nehmen, zum Zeltplatz Camping Serón  am schönen Rio Paine. Mit knapp 3,5h und 40 Höhenmeter die kürzeste Etappe.

Am zweiten Tag ging es weiter Richtung Camp Dickson. Hier kommt man am schönen Lago Paine vorbei und kurz darauf bei der Rangerstation Guardería Coirón. Spätestens hier sollte man seine Reservierungen für die weiteren Camps bereit halten. Ohne gültige Reservierung (Stand Jan. 2017) gibt es kein weiterkommen und die Nationalpark-Aufsicht schickt einen zurück. 

Auf dem Weg zum Camp Dickson

Das Camp Dickson liegt am Fuße des traumhaften Lago Dickson. Hier und da kommen einem Eisschollen entgegen. Das sollte einen aber nicht davon abhalten, eine kleine Erfrischung  zu nehmen. Aber Achtung, es ist wirklich ziemlich kalt. Die Ranger hatten nicht gelogen. Dafür gab es im Anschluss eine heiße Dusche.

Hier der Lago Dickson mit Blick auf Block auf den mächtigen Dickson Gletscher und dem Cerro Cubo:

Cerro Cubo at Lake Dickson
Blick auf Cerro Cubo am Lake Dickson

Von Serón nach Dickson waren es ca. 6h und 320 Höhenmeter.

Weiter ging es am dritten Tag zum Camping-Platz Los Perros am gleichnamigen Gletscher. Da wir relativ früh, nach 4h und 560 Höhenmeter, am Zeltplatz waren, hatten wir noch etwas Zeit die Umgebung zu erkunden. So gelangen wir an den nahe gelegenen See in den der Los Perros Gletscher mündet:

Glaciar Los Perros

Am vierten Tag stand die Königsetappe an. Die Tour zum Camping Grey war aus mehren Gründen Bemerkenswert. Die Gesamte Strecke beläuft sich auf 9h und 600 Höhenmeter. Als erstes führte uns der Weg zum „Passo John Garner“ durch eine Art dicht bewaltetes Sumpfgebiet. Nach ca. 3h wurde der Weg alpiner bis hoch auf den Pass. Hier hatte man einen wunderschönen Blick auf den Grey Gletscher und das Southern Patagonian Ice Field. Außerdem überraschte uns ein Regenbogen:

Glaciar Grey and Southern Patagonian Ice Field
Glaciar Grey and Southern Patagonian Ice Field
Glaciar Grey

Weiter ging es wie schon angedeutet zum Campingplatz Grey, was gleichzeitig wieder der gefühlte Kontakt mit der Zivilisation war. Denn wir waren nun auf dem viel begangenen „W-Trek“ und gerade das Camp Grey ist ein beliebtes Ausflugsziel und entsprechend überfüllt. Das Kochen am Zeltplatz war nun auch nicht mehr erlaubt und wir wurden in den engen und stickigen Gemeinschaftsraum gedrängt. Nach drei Tagen auf dem „O-Trek“ musste man sich nun erst mal umgewöhnen.

Nun ging es aber weiter am fünften Tag zu dem toll gelgenen  Campingplatz Los Cuernos in ca. 6h. Hier befestigten wir das erste Mal unser Zelt auf einer Art Holz-Empore. Der Ausblick auf den  Lago Nordenskjöld war unbeschreiblich. Zur feier des Tages gönnten wir uns einen schönen Malbec. Auch wenn unsere französischen Nachbarn meine Begeisterung über den Rotwein nicht so richtig teilen wollten. Wir verstanden uns trotzdem hervorragend und ich versprach auch zeitnah Französischen Rotwein zu verkosten (das passierte auch, aber ist eine andere Geschichte 🙂 ).

Lago Nordenskjöld
Lago Nordenskjöld

Somit stand nun die sechste und letzte Etappe an. Es ging zum Camp Las Torres am großen  Lago Nordenskjöld entlang für ca. 6h. Jetzt auch mit der grandiosen Sicht auf die Cuernos del Paine.
Im Camp angekommen, hielt uns der regen wieder fest. Immerhin erst das zweite Mal während der sechs Tage!
Wir nutzen die Zeit um uns im Zelt etwas auszuruhen und die Ausrüstung in Ordnung zu bringen. Wir blieben noch mal eine Nacht im Park, so dass wir am nächsten morgen zum Aussichtspunkt und Wahrzeichen des Nationalparks wandern konnten. Zu den „Drei-Zinnen“ die Torres del Paine (Türme des blauen Himmels).

Torres del Paine
Torres del Paine

Gegen Mittag nahmen wir den Bus nach  Puerto Natales zurück und verabschiedeten uns nach sieben fantastischen Tagen im Torres del Paine.

Fazit

Für patagonische Verhältnisse hatten wir fantastisches Wetter und haben nette Leute kennen lernen dürfen. Die Touren sind gut zu gehen, zwischen 6 und 9 Stunden, und die Wege gut markiert. Die Landschaft ist wunderschön und unheimlich abwechslungsreich. Gerade der nördliche Teil trat hier hervor. Daher würde ich jedem uneingeschränkt den O-Trek Empfehlen (Entsprechende Erfahrung und Kondition vorausgesetzt)!

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